
Klimawandel, Gesundheit und Hitze - Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes
Gesundheitliche Folgen von Hitze - Hitze wirkt sich in vielfältiger Weise auf den Körper aus. Überhitzung, Wasser- und Elektrolytverlust belasten vor allem das Gehirn, den Kreislauf und die Nieren. Bestehende Erkrankungen von Herz, Lunge und Nieren können sich verschlimmern und auch Frühgeburtsraten erhöhen sich bei Hitzewellen.
Letztlich kann Hitze auch zum Tod führen, was die Sterblichkeit vor allem in Jahren mit sehr heißen Sommern deutlich erhöht. Da Hitzewellen durch den Klimawandel bereits in den 2000er Jahren immer häufiger wurden und den Prognosemodellen zufolge weiter zunehmen werden, ist die gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung (sehr) hoch. Zusätzlich zur hohen Temperatur können weitere Faktoren wie erhöhtes bodennahes Ozon, Pollenflug, Luftverschmutzung und intensive UV-Strahlung die Gesundheit während heißer Perioden beeinträchtigen. Ozon reizt beispielsweise die Augen und die Atemwege und kann wie Hitze ebenfalls zu Kopfschmerzen führen. UV-Strahlung schädigt Zellen in den Augen und der Haut, was ernsthafte Beschwerden wie Augenentzündungen, Linsentrübung, Sonnenallergie und Krebserkrankungen nach sich ziehen kann.
Quelle:
Gesundheitsamt BW (https://www.gesundheitsamt-bw.de/informationen-fuer-buergerinnen-und-buerger/umwelt-und-gesundheit/gesundheit-und-hitze/ )
Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes
Hitzewarnung: https://widget.hitzewarnungen.de/generate.jsp
UV-Warnung: https://widget.uv-index.de/map.jsp
Was hat der Klimawandel damit zu tun?
Vielleicht haben Sie es schon gehört, wahrscheinlich auch gespürt: Die Anzahl heißer Tage in Deutschland sowie in Bötzingen nimmt durch den Klimawandel stetig zu. Dieser Trend hält an und verstärkt sich. Auf den ersten Blick klingt das nach mehr sonnigen Tagen mit blauem Himmel und Badewetter. Doch die Folgen sind immer häufigere Hitzeperioden mit Temperaturen von mehr als 30 °C und auch Tropischen Nächten, in denen es immer noch mindestens 20 °C warm ist. Diese hohen und länger als früher anhaltenden Temperaturen können dem menschlichen Organismus ernsthaft zu schaffen machen. Wie Klimamodelle zeigen, werden Hitzeextreme in Zukunft weiter zunehmen (siehe Abbildung). Darüber hinaus können Tage mit starker Hitze immer früher im Jahr auftreten – also dann, wenn sich der Organismus noch nicht auf höhere Temperaturen eingestellt hat. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig auf die zusätzlichen Gefahren einzustellen und sich und andere vor extremer Hitze zu schützen.
Wer besonders gefährdet ist
Nicht jedem macht extreme Hitze gleichermaßen zu schaffen. Vor allem Menschen ab dem 65. Lebensjahr, die alleine leben und pflegebedürftige Menschen sind stark gefährdet. Die Gefahr steigt mit zunehmendem Alter, weil die Fähigkeit des Körpers zur Selbstkühlung durch Schwitzen abnimmt. Häufig haben ältere Menschen ein mangelndes Durstempfinden, trinken also entsprechend zu wenig, was die Fähigkeit zu schwitzen weiter reduziert. Doch nicht nur ältere Menschen, sondern auch Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere, Menschen mit Unter-/ oder Übergewicht, Menschen mit chronischen oder akuten Erkrankungen, sowie Menschen, die bestimmte entwässernde Medikamente einnehmen, zählen zu den Risikogruppen.
Hitzeknigge - Tipps für das richtige Verhalten bei Hitze
Damit Sie gut durch die warme Jahreszeit kommen finden Sie folgend zahlreiche Tipps, die Sie als Orientierung für eine gesunde Verhaltensweise sehen können. Grundsätzlich gilt: Achten Sie auf sich und Ihre Mitmenschen, Familienangehörige, Nachbarn und Freunde!
° Vermeiden Sie körperliche Aktivität besonders während der heißesten Tageszeit
(etwa 11 bis 18 Uhr) und bei hohen Ozonbelastungen. Verlegen Sie z. B. Einkäufe,
körperliche Aktivitäten oder Sport in die kühleren Morgen- und Abendstunden.
° Lüften Sie nur frühmorgens und nachts. Tagsüber sollten Fenster, Jalousien und
Vorhänge geschlossen bleiben. Außenliegende Beschattung an den Fenstern,
etwa Rollläden, schützen wirksamer vor Hitze als innenliegende (z.B. Vorhänge).
° Kühlen Sie ihren Körper mit einfachen Methoden wie einem kühlenden Fußbad
oder Wassersprays.
° Achten Sie darauf, dass Sie selbst und andere sich bei Hitze nicht zu lange in
parkenden Autos aufhalten.
° Verschiedene Medikamente können bei Hitze Probleme verursachen. Wenn Sie
regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten Sie frühzeitig mit Ihrem Arzt
darüber sprechen.
° Tragen Sie weite, leichte und atmungsaktive Kleidung. Sie ermöglicht, dass die
Luft am Körper zirkuliert.
° Helle Kleidung reflektiert das Sonnenlicht. Der Körper heizt sich so weniger auf
als mit dunkler Kleidung.
Essen und Trinken haben einen enormen Einfluss auf unsere Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden, insbesondere bei Hitze.
° Das Durstgefühl setzt erst ein, wenn bereits viel Flüssigkeit verloren wurde.
Daher: stündlich ein Glas Wasser trinken – auch wenn man keinen Durst hat.
Empfohlene Getränke bei Hitze: Leitungswasser, Mineralwasser, gekühlter
Kräutertee ohne Zuckerzusatz, Tee mit Minze und Zitrone.
Wichtig: nicht eiskalt trinken!
° Nehmen Sie leichtes, frisches und kühles Essen zu sich. Essen Sie mehrere kleine
Mahlzeiten mit möglichst hohem Wassergehalt, z. B. Obst, Gemüse und Salat.
° Meiden Sie Kaffee, stark gezuckerte und alkoholische Getränke, denn sie entziehen
dem Körper Flüssigkeit.
° Eiweißreiche Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte und
Nüsse sollten ebenfalls gemieden oder reduziert werden, denn Sie erhöhen die
Körperwärme.







