
Rückblick und Ausschau beim Bürgerempfang zu Neujahr
Zum Bürgerempfang zu Neujahr konnte Bürgermeister Dieter Schneckenburger wieder zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in der Festhalle begrüßen. Ein besonderer Willkommensgruß galt der Sternsingergruppe. Die Kinder und Jugendlichen sammelten zuvor in der Gemeinde für Kinder in aller Welt Geldspenden und brachten gleichzeitig den traditionellen Segen in die Häuser.
„Wenn man Menschen nach der Zukunft fragt, kann man zwei Reaktionen erwarten: Die einen sehen düstere Wolken am Horizont, die anderen die Sonnenstrahlen dahinter und zwischen den Polen spannt sich das Leben – auch für uns in der Gemeinde Bötzingen. Die Frage ist nur: Was machen wir daraus? Warten wir auf Sonnenschein? Oder ziehen wir uns sturmfest an? Auch diese Fragen haben uns im vergangenen Jahr im Gemeinderat und in der Gemeindeverwaltung bewegt.“, stellte der Bürgermeister zu Beginn seiner Ansprache heraus.
Er betonte, dass Bötzingen als einer der größten Gewerbe- und Industriestandorte im Landkreis mehr denn je mit den wirtschaftlichen Problemen aber auch mit der Finanzpolitik in Bund und Land zu kämpfen habe. Die Probleme der Gemeinde Bötzingen liegen, wie bei allen Städten und Gemeinden, im Ergebnishaushalt und damit bei den laufenden Betriebsausgaben oder einfach ausgedrückt beim Konsum, so Schneckenburger. Über 80 % der Kommunen können nach der jüngsten Umfrage des Gemeindetags Baden-Württemberg den Haushalt nicht mehr ausgleichen und müssen auf die Rücklagen – wie Bötzingen - oder auf Kredite zur weiteren Verschuldung zurückgreifen.
Als Grund der Schieflage nannte er die Tatsache, dass die kommunalen Einnahmen immer weiter hinter den Ausgaben zurückfallen. Bund und Land weisen zunehmend Aufgaben den Gemeinden zu, ohne für eine ausreichende Gegenfinanzierung zu sorgen. „Dies hat erhöhte Personal- und Sachaufwendungen zur Folge, aber auch der allgemeine Preisanstieg und die leider weiter zunehmende Bürokratisierung führt zu massiven Kostensteigerungen“, so Schneckenburger.
In Vorbereitung auf den Haushaltsbeschluss wurde in den vergangenen Monaten ein intensiver Sparprozess bei drei Klausurtagungen durchlaufen. Verwaltung und Gemeinderat haben gemeinsam zahlreiche Maßnahmen konkretisiert und in den öffentlichen Gemeinderatssitzungen in den letzten Monaten beraten und beschlossen. Das Ziel war die Reduktion der Investitionen auf das absolut Notwendige. Investitionen zur Verschönerung oder reinen Komfortsteigerung wurden vollständig gestrichen.
Der Bürgermeister nannte die wichtigsten Projekte in 2026: Die Ersatzbeschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs, die Installierung von neuen Sirenen und die Anschaffung eines Notstromaggregates, die Sanierung der Steinstraße, die Umgestaltung der Hauptstraße beginnend mit der einjährigen Testphase der Einbahnstraßenregelung, die Neuinstallation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Sanitärgebäudes des Freibads sowie umfangreiche Sanierungsarbeiten im Bereich der Technik und Wasseraufbereitung im Freibad.
Das größte Hochbauprojekt der kommenden Jahre sei die Sanierung der Sporthalle, erklärte der Bürgermeister. Die in die Jahre gekommene Sportstätte weist einige Mängel auf. Um diese Mängel zu sichten wurde im vergangenen Jahr eine Machbarkeitsstudie sowie weitere Planungsschritte für die energetische Sanierung unserer Sporthalle vorgenommen. Die Studie zeigte, dass eine rein punktuelle Instandsetzung nicht ausreichen wird, um die Halle langfristig zukunftsfähig zu machen.
Vielmehr sei ein umfassendes Sanierungskonzept erforderlich, das bauliche, funktionale und gestalterische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt und die Sporthalle als wesentlichen Bestandteil der schulischen Infrastruktur als auch den Vereinssport nachhaltig aufwertet. Bei der Abwägung sämtlicher Vor- und Nachteile sowie unter Vorbehalt von Zuschussmöglichkeiten Dritter habe sich der Gemeinderat einstimmig auf die Variante der Sanierung festgelegt.
Auch auf die Projekte im abgelaufenen Jahr ging der Bürgermeister ein. Die Digitalisierung an der Wilhelm-August-Lay-Schule wurde fortgesetzt. Sanierungsarbeiten im Innenbereich der Grundschule wurden vorgenommen. Für die Feuerwehr standen Investitionen für Sachmittel, wie beispielsweise die Einführung des Digitalfunks und eine Fahrzeugbeschaffung an. So konnte ein Wechselladerfahrzeug mit den entsprechenden Einsatzabrollbehältern in Betrieb genommen werden. Der Neubau „Soziales Wohnen“ in der Schlossmattenstraße wurde abgeschlossen.
Auf dem Dach der Gemeindebücherei wurde eine Photovoltaikanlage installiert. Die Neuanlegung der Friedhofswege verbunden mit der Neupflanzung von Bäumen wurde beendet.
Ein weiterer Schwerpunkt waren die Planungen zur Umgestaltung der Hauptstraße. Die Erschließung des kleinen Baugebiets „Marchstraße II“ wurde abgeschlossen. Als Ort der Begegnung wurde das gemeindeeigene Anwesen in der Hauptstraße 20 mit Leben gefüllt. In Kooperation mit der Gemeinde leistet dort die Lebenshilfe im Breisgau in der Begegnungsstätte „Mittendrin“ vorbildliches. Sie bieten Räume für Austausch und gemeinsame Aktivitäten die das Wir-Gefühl in Bötzingen stärken, betonte der Bürgermeister. Die Nahversorgung im Innerort konnte mit verschiedenen Neueröffnungen verbessert werden.
Der Bürgermeister bedankte sich bei allen, die sich für ihre Mitmenschen und das Gemeinwohl einsetzen sowie bei denjenigen, die in Kirchen, Vereinen, Parteien, Organisationen, Initiativen oder Unternehmen Verantwortung übernehmen und aktiv werden. Ein aufrichtiger Dank galt auch den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr, Region der Lebensretter, DRK und DLRG für ihre Arbeit in den vergangenen 12 Monaten. Ein besonderes Anliegen war es ihm sich bei den Mitgliedern des Gemeinderatsgremiums sowie bei den Bürgermeisterstellvertretern Ulrich Barleon und Sven Susewind für die konstruktive Arbeit im vergangenen, arbeitsintensiven Jahr, zu bedanken. Er bedankte sich auch bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde in den unterschiedlichsten Einrichtungen für ihre gute und zuverlässige Arbeit im vergangenen Jahr.
Der Sprecher der Bötzinger Vereine, Karlheinz Meier, übermittelte die Neujahrswünsche der Vereine. Er dankte allen, die sich ehrenamtlich in Vereinen engagieren und sich auf diese Weise in das örtliche Gemeinwesen einbringen. Einige Vereine machten ein Angebot in der Sommerferienbetreuung, die eine gute Gelegenheit bietet für die Vereinsarbeit zu werben. Er forderte jedoch die Vereine auf, das Sommerferienprogramm mehr zu unterstützen. Als Höhepunkt der Veranstaltungen in 2026 nannte er das Dorf- und Weinfest im September.
Bürgermeister-Stellvertreter Ulrich Barleon überbrachte die Neujahrsgrüße des Gemeinderats und verwies auf die zahlreichen Projekte umgesetzt wurden. Er stellte heraus, dass auch das vergangene Jahr sehr arbeitsintensiv war und dankte dem Bürgermeister für sein tägliches Engagement, für seinen unermüdlichen Einsatz zum Wohle aller Einwohner, für die konstruktive und vertrauensvolle, enge Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und der gesamten Bevölkerung. Mit in den Dank bezog er auch die Ehefrau des Bürgermeisters, Gabriele Schneckenburger ein. Für ihr besonders Verständnis und ihre Geduld überreichte er einen Blumenstrauß. Dankesworte galten auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde in den verschiedensten Einrichtungen. In Bezug auf die Gemeindefinanzen meinte Barleon, dass wir in den nächsten Jahren bescheidener werden müssenn
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von zwei Klavierspielerinnen der Musikschule im Breisgau unter Leitung von Monika Sundermeyer. Aufführende waren Luisa Shichang Wang und Anne Stiller. Nach dem offiziellen Teil erfolgte eine Bewirtung der Besucher durch die Bötzinger Stockbrunnenhexen.





